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Chili Anbau Erfahrung – Teil 4 – vom Umtopf bis zum Endtopf

Willkommen zu Teil 4 – Teil 3 findet ihr hier
Fassen wir kurz Zusammen wo wir jetzt im Optimalfall stehen.

Das Umsetzen der Keimlinge in Erde war in Teil 3 schon mal Thema jetzt noch mal ausführlicher.
Die Pflänzchen sind unterm Licht, Wurzeln und Blätter entwickeln sich Wunderprächtig.
Das Substrat in dem sie stehen ist ausgewurzelt oder der Jiffy langsam zu eng. Irgendwann bekommt irgendwann den Spruch „Mama braucht neue Schuhe“ in den Kopf.
Ja, so ist es. Bei der Anzucht werden die Töpfe gern als Schuhe, bei mir als Ur-Hesse auch als „Schlappe“, bezeichnet.
Chilis sind Herzwurzler. Das kann man sich wunderbar anschauen, wenn man mal im Herbst eine Chili-Pflanze komplett aus dem Boden zieht und sich die Wurzeln betrachtet. Das kommt momentan in den kleineren Töpfen noch nicht zum Tragen.

Ein kleiner Überblick:

Schnapsgläschen haben den Vorteil, dass man die Wurzeln schön beobachten kann

Da wir ja hier noch Kleinkinder vor uns haben, sollte das erste paar Schuhe nicht zu groß sein. Ich setze meist die Keimlinge von der Keimbox um in kleine Schnapsgläser. Ja, sie sind aus Plastik – nein man muss sie nach der Benutzung nicht wegwerfen! Wenn man mit diesen Hartplastik-Gebilden sanft umgeht, halten sie nicht nur eine Saison.
Als Alternative hatte ich mir diese kleinen Anzuchttöpfe  besorgt die ich nun statt der Schnapsgläschen Nutze. Vorteil ist hier eindeutig die Haltbarkeit, Qualität sowie die Standsicherheit, optimale Platznutzung und die bereits vorhandene Drainage.

 

3 Schritte von Keimbox bis Freiland

Für den kleinen Keimling reicht der Platz erst mal, um Gesund zu wurzeln. Gefüllt werden diese kleinen ersten Schuhe noch mit Anzuchterde, um das Wurzelwachstum anzuregen.
Bei Jiffys kann man getrost die Pflanzen auch direkt in 9x9er Töpfe setzen. Hier sind sie bei mir dann aber direkt in vorgedüngte erde wie Plagron Grow Mix  gewandert.
Im Endeffekt läuft es bei mir mittlerweile so ab:
Keimbox ⇨ Mini-Topf ⇨ 9er Topf ⇨ Endtopf
Ich habe also von Keimung bis „Endstation Freiland“ (klingt nach einem schnulzigen Bauernhof Roman)  3 Schritte.
Für Rocotos musste ich schon einen Zwischenschritt in 13x13er Töpfe einlegen da man hier rasch den Platzmangel der Wurzeln merkt.

Wann sollte ich umtopfen?

Der erste Schritt ist bei mir ganz klar. Ich lass die kleinen in der Box bis die Keimblätter sich zeigen und sie ca. 2-3 cm lang sind mit einer gesunden Wurzel. Danach gehts ins erste Substrat. Wenn sie den kleinen Topf durchwurzelt haben, das geht relativ schnell, geht’s in 9x9er Töpfe mit Plagron Grow Mix .
Man merkt die Düngung relativ schnell. Auch das Wurzelwachstum nimmt an Geschwindigkeit eher ab da nun eher Nährstoffe verfügbar sind. Die Problematik ist auch, wartet man zu lange bilden sich sogenannte Ringwurzeln, die sehr suboptimal für das weitere Wachstum sind.
Im Optimalfall ist der nächste Schritt das Freiland oder der Endtopf. Notfalls wird noch mal ein Schritt in 13x13cm eingelegt.

Wann geht’s nach draußen?

Die Grundregel: „Nach den Eisheiligen“
Das heißt: Mitte Mai, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist.
Chili vertragen keinen Frost – gar keinen. Die Zellen dieser Nachtschatten sind einfach nicht dafür ausgelegt Minusgraden zu widerstehen. Also heißt es auch: Auf die Region kommt es an.
Wenn du ein beheiztes Gewächshaus dein Eigen nennst, kannst du es mir gern Schenken. Falls du es selbst behalten möchtest, kannst du hier auch schon früher die Pflanzen nach draußen bringen. Längerfristige Temperaturen unter 10 Grad sind auf jeden Fall zu vermeiden, da das Pflanzenwachstum hier stark gebremst werden kann und es die Pflanzen so zurückwirft.

In welche Töpfe pflanzt du draußen?

Ich nutze so ziemlich alles als Pflanzkübel, was irgendwie passt. Gern benutzt werden Mörteleimer oder Maurerkübel. Hier ist der starke Geruch ein sehr abschreckender Faktor und die Sorge um die Inhaltsstoffe dann oft berechtigt. Am einfachsten ist – Hersteller kontaktieren – Inhaltsstoffe erfragen denn auch solch ein Kübel hat ein Datenblatt. Ob man dieses verwendet muss man dann für sich entscheiden.
Ich habe auch etliche andere Gefäße, auch normale Blumenkübel, im Einsatz. Lustigerweise sind da auch nicht stinkende dabei die aber die gleichen Inhaltsstoffe haben wie die Maurer Wannen – außer den Ruß zum Schwarz färben.
Ebenfalls wird bei mir jedes Jahr eine alte Trocknertrommel bepflanzt.

 

Wie wähle ich dann das Pflanzengefäß aus?

Die Größe macht es aus. Pi x Daumen – kleiner Finger, falls ihr Phobien vor Daumen, habt gibt’s meist ein genanntes „Mindestmaß“.

Das liegt z.B. bei 10 Litern aufwärts für C. annuum. Ob man sich jetzt strikt daran hält, muss man für sich entscheiden oder einfach mal versuchen.
Natürlich hab ich auch da rumprobiert und herumgespielt.
Von 1 Liter bis 90 Liter Hochbeet und Freiland ist alles dabei. Wenn ich einen Durchschnitt pro Pflanze nennen soll, sieht der ungefähr so aus:
C. annuum ->  > 10 Liter
C. chinense >12 Liter
C. baccatum >12 Liter
C. pubescens ab 20 Liter besser aber 30-40

Das ist aber wieder stark Sortenabhängig und am besten zu beurteilen, wenn man sich die Sorte selbst anschaut bzw. welche Größe sie potenziell erreichen kann.
Als Beispiel die „Pequin da Ischia“ diese klein bleibende C. annuum kann sogar in Mini-Töpfen gezogen werden. In größere Gefäße mit einigen 60- oder 90 Litern können auch mehrere Pflanzen einziehen. Auch hier mache ich das Sortenabhängig,

 

Topf Flach, Breit, Tief oder welche Form ist am besten?

Wie schon erwähnt, Chilis sind Herzwurzler. Heißt, der Topf sollte nicht zu schmal sein. Auch hier heißt es: Experimentiert mit Sorten!
Ich ziehe gern auch mal Chilis in Pflanzschalen, die sehr breit aber flach sind. Die Pflanzen bleiben hier klein und eher gedrungen sind aber optisch ein Hingucker

Welche Erde kann ich nutzen?

Jede, für Starkzehrer geeignete, nicht zu schwere Erde. In Töpfen kann es auch einfache Blumen oder Pflanzerde sein.
Wer möchte, kann auch auf spezielle Erde für Gemüse oder Tomaten setzen.
Torfkultursubstrat, auch als „TKS2“ von Floragard bekannt, ist ein sehr beliebtes Substrat im Chili Anbau. Empfehlungen hierzu möchte ich keine mehr aussprechen. Das hat simpel damit zu tun, dass ich momentan Versuche auf jegliches zu Großteil aus Torf bestehende Substrat zu verzichten. Was aber nicht heißt, dass die Erde an sich schlecht ist. Es gibt auch schöne Möglichkeiten den eigenen Garten mit Kompost und Biomasse zu verbessern. Da das Thema aber schon sehr Umfangreich ist, schreibe ich da extra noch mal einen Artikel drüber.

Keine nassen Füße!

Wichtig ist, für eine gute Drainage zu sorgen denn die Wurzeln sollten nicht Staunass stehen. Im Schlimmsten fall „kippt“ der Boden und die Wurzeln können faulen. Eine Schicht grober Blähton oder auch simple Kieselsteine können schon Abhilfe schaffen, das Wasser auszuleiten. Hierzu brauchen die Gefäße natürlich Löcher. Diese kann man simpel, je nach Material, mit einem 10er-Bohrer rein machen.
Hat man so was nicht zur Hand tut auch ein grober Zimmermannsnagel seinen Job.

Sonne ist gut aber am Anfang Piano.

Man kennt doch bestimmt Leute die sich vor ihrem Urlaub in Malle oder sonst wo erst mal im Solarium „Vorbräunen“ damit sie nicht direkt an Tag 1 den Sonnenbrand des Jahrhunderts bekommen. Ähnlich geht es den Pflanzen in unserer Anzucht. Sie kennen keine UV-Strahlung, woher auch. Um also die Pflanze nicht direkt zu verbrennen und es ihr zu ermöglichen selbst einen Sonnenschutz zu bilden sollte ich die Pflanzen langsam daran gewöhnen.
Das tue ich am besten, indem ich ihnen kurzzeitig bereits in der Anzucht und bei passenden Temperaturen direktem Tageslicht aussetze. Das heißt natürlich nicht, Vollgas und direkt in die Sonne!
Alternativ kann man sich ein Beschattungsnetz 
anschaffen welches den Pflanzen erst mal einen gewissen Grad Schutz bietet. Ich habe ein Netz mit 60% Beschattung im Einsatz.

Das dürfte dann Teil 4 gewesen sein. Teil 5 wird sich dann mit Mischkultur bei Chilis und der Pflege im Freiland beschäftigen.

Letzte Aktualisierung am 24.09.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Luca

Mein Name ist Luca, ich bin Jahrgang 90 und Natur begeistert seit frühster Kindheit. Nebenher bin ich auch Teilzeit-Chaot und versuche aus meinem "Trial and Error" Prinzip Erfahrungen zu gewinnen die ich weitergeben kann. Auch als Natur- und Umweltpädagoge lässt man mich manchmal auf die Menschheit los mit dem Ziel den Leuten die Natur näher zu bringen.

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