Die Natur und ihre Gifte – Teil 7 – Muscarin.

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Muscarin ist ein Nervengift welches hauptsächlich in Pilzen vorkommt und zuerst in
Amanita Muscaria, besser bekannt als Fliegenpilz, nachgewiesen wurde.
Wie man heute weiß, ist die im Fliegenpilz vorkommende Menge an Muscarin äußerst gering und die vermutete berauschende Wirkung bei Konsum des Fliegenpilz beruht auf dem hohen Gehalt an der psychoaktiven Substanz Muscimol.
Wesentlich Muscarin giftiger sind viele Risspilze (Inocybe) durch deren Verzehr das  Muscarin-Syndrom ausgelöst wird.

Als Nervengift dockt das Muscarin an bestimme Rezeptoren im Parasympathischen Teil des Nervensystems an. Der Parasympathikus („Ruhenerv“) ist unter anderem für die Steuerung des Sekretflußes zuständig. so dass beim Muscarin Syndrom erhöhter Speichel-, Tränen- und Schweißfluß einhergehende Symptome sind.
Die Symptomatik weitet sich auf alle vom Parasympatihkus gesteuerten Bereiche aus so dass es zu Sehstörungen und negative Einflüsse auf das Herz kommen kann. Letzteres kann zum komplett Herzstillstand führen. Nicht zuletzt äußert sich eine Muscarin Vergiftung auch durch schwere Magen-Darm Beschwerden wie Erbrechen und Durchfall.

Die Gegenmaßnahmen einer Muscarin Vergiftung sind die Gabe von Aktiv Kohle und des Antidot (Gegengift) Atropin (Gift der Tollkirsche). Selbst ein Nervengift, steuert Atropin die gleichen Rezeptoren wie Muscarin an und kann dieses lösen ohne selbst die Rezeptoren zu aktivieren und negativen Einfluss zu nehmen.

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