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Chili Anbau – Erfahrungen Teil 1 – Was sind eigentlich Chilis?

Chili Anbau – Erfahrungen Teil 1 

Da ich ja zur Version “Chaos Mensch” und “Versuchen muss man es ja” gehöre kann ich mittlerweile auf etliche Versuche blicken und für mich meine Resümees daraus ziehen. Für mich persönlich kristallisiert sich so immer am ehesten der optimale Weg für meine Anzucht. Beginnen wir also eine kleine Serie über den Anbau von Capsicum Arten.

Aber – was sind Chilis eigentlich?

 Chilis anbauen – die Gattung Capsicum

Chilis sind Nachtschattengewächse und zusammengefasst in der Gattung der Paprika (Capsicum) es gibt sie von Mild bis extrem scharf. Die Schärfe entsteht durch das in Chilis enthaltene Capsaicin, ein Alkaloid, welches die Pflanze in ihren Früchten bilden. Eigentlich tun sie dies, um Fressfeinde abzuwehren. Das Verbreitungsgebiet der ursprünglichen Chilis ist breit gefächert und seit tausenden Jahren werden sie aber vor allem in Südamerika kultiviert. Dort heimisch, sind sie natürlich optimal an die klimatischen Bedingungen angepasst und gedeihen hier am besten. Kommen wir nun zu einer groben Übersicht der einzelnen Arten. Was alle diese Arten gemeinsam haben, ist die Fähigkeit sich selbst zu bestäuben.
Es gibt etliche Capsicum Arten aber vereinfacht gesehen, dreht es sich bei den im Handel erhältlichen hauptsächlich um 4-5 Arten und den jeweils darunter gestellten Sorten. Hier die am meisten anzutreffenden Arten:
Capsicum annuum
Capsicum chinense
Capsicum baccatum
Capsicum pubescens
Capsicum frutescens

 

Hier eine kleine Übersicht

Blüte C. Annuum

 

C. annuum gibt’s in verschiedenen Wuchsformen. Der Name leitet sich wohl von “einjährig” ab, was aber nicht im Sinne von Pflanze “lebt nur ein Jahr” gesehen werden sollte, sondern eher als “Pflanze ist in einem Jahr Vermehrungsreif”. In der Höhe können sie stark variieren von 50 cm bis 150 cm ist alles möglich. In kleineren Kübeln können auch Sorten wie Deamon Red als kleine 20 cm Büsche kultiviert werden.
Die Blüten sind wie bei allen Capsicum Arten radiärsymmetrisch mit meist 5-6 Kronblättern.
Im Regelfall wächst aus einer Achse eine Blüte. Von reinweißen bis violetten Blüten sind verschiedenen Farben vorhanden, die Blüten sind relativ groß. Die Früchte sind meist hängend und auch in Größe und Farbe, nicht zuletzt durch unzählige Kreuzungen, stark variabel.

 

Blüte Capsicum Chinense “Habanero”

C. chinense ist die Art wenn es oft um sehr scharfe Sorten geht. Die Rekordchili “Carolina Reaper” gehört zu den Chinensen,
genau wie die bekannten Habanero oder Bhut Jolokia, auch die oft diskutierte “teuerste Chili der Welt” Aji Charapita, zählt in diese Art. Chinensen zeichnen sich durch einen oft dicht verzweigten und buschigen wuchs aus, was nicht heißt, dass sie nicht auch stattliche Höhen erreichen können. Meine größte Chinense war eine “Mojo Blackie” mit über 2 Metern höhe doch das ist eher die Ausnahme. Die Blüten sind meist reinweiß und mehrfach pro Achse vorhanden ebenfalls sind sie meist feiner und kleiner als die bei z.B. Capsicum annuum Arten. Die Fruchtfarben sind extrem variabel besonders unreife Früchte warten beim abreifen mit oft abenteuerlichen Farbwechseln auf. Hier gibt es auch fast weiße Arten wie die  C.chinense “Chupentinho White”

 

 

C. frutescens Chilis kennt eigentlich sogar jemand, der sich nicht für Chilis interessiert, die Meisten werden nämlich schon mal von “Tabasco” gehört haben. Die weltbekannte Soße wird nämlich aus der Capsicum Frutescens “Tabasco” hergestellt. Die Blüten sind klein und grünlich-weiß, der wuchs buschig und die Früchte meist stehend – wie es auch bei der original Tabasco Chili der Fall ist.

Capsicum Baccatum Blüte

 

C. baccatum nennt man auch gerne Glockenchili. Bemerkenswert ist die enorme Höhe die sie mit ihren meist kantig-runden Stengeln erreicht. 2 Meter sind absolut keine Seltenheit bei mancher Sorte. Teilweise erinnert der Wuchs an einen Baum, bei dem sich später eine buschige Krone bildet und reich mit Früchten voll hängt. Die Blüten sind besonders schön und zeigen eine abgegrenztes grün auf weißem Grund. Lemon Drop und Criolla Sella sind bekannte Arten.

Atypische weil hellere Blüte  C. Pubescens

C. pubescens der optische Ausreißer bei den genannten Capsicum Vertretern. Im Handel findet man sie oft als “Baumchili” bei Chili-Fans liest man gerne von “Rocotos”. Sie sind schnell und ausladend wachsend. Ihr Platzbedarf ist durchaus nicht zu unterschätzen und gut mit Dünger versorgt können sie zu erstaunlichen Gewächsen werden. Durch ihre ursprüngliche Herkunft aus kälteren, peruanischen Regionen sind sie auch bei kühleren Temperaturen unempfindlich. Auch wenn es oft behauptet wird – Frosthart sind auch diese Chilis nicht. Ebenfalls hervorzuheben sind die behaarten Blätter und Stängel sowie die meist tiefvioletten selten auch hellere Blüten, die sie auch optisch schon zu einer tollen Pflanze macht. Auch besonders sind die schwarzen Samen, die so manchen schon verunsichert haben.

 

Erst die Blüte – dann der Kelch.

Die Blüte wurde oben schon beschrieben.
Sie besteht sowohl aus dem Kelch als auch aus den Kronblättern. Während die Kornblätter nach erfolgter Bestäuben abfallen, bleiben die Kelchblätter erhalten. Sehr schön zu sehen ist dies z.B. bei C. Chinense “7-Pot” Sorten bei denen sich die ausgeprägten Kelchblätter bei Reife der Frucht ebenfalls umfärben.

Chilis sind Beeren – keine Schoten!

Nachtschattengewächse – wozu auch die Capsicum Arten zählen, bilden botanisch gesehen Beeren aus.
Versuchen wir das ganze Mal relativ verständlich zu erklären:
Beeren sind generell geschlossene Früchte (Schließfrucht) die sich bei Reife nicht öffnen, im Ganzen von der Pflanze fallen und somit auf die Verbreitung durch Tiere abzielen oder dann selbst als Schutz der Samen bis zur Keimung dienen.
Der Aufbau der Chili-Beere besteht aus verschiedenen Schichten. Das Gesamtgebilde bezeichnet man als “Perikarp” also das Fruchtgehäuse.
Diese Fruchthülle genauer gesagt dieses Fruchtgehäuse ist wieder in 3 Schichten unterteilt, fast schon ähnlich der menschlichen Haut.
Wir unterscheiden zwischen “Exokarp” “Mesokarp” und “Endokarp”. Vorweg – Mit Karpfen hat das nichts zu tun 😉
Zu Deutsch:
Außenhülle – Exokarp bezeichnet die äußere Haut der Beere
Fruchtfleisch (“Mittelschicht”) Mesokarp – ist der fleischige Teil direkt unter der Außenhülle
Das Endokarp ist die innere Haut und umhüllt das Fruchtfleisch von innen.
Die Samen als potenzieller Vermehrer und träger des Erbguts werden an der “Plazenta” gebildet sie sich entweder im oberen Teil, also Stielansatz befindet oder die ganze Frucht durchzieht.

Wer auf Facebook unterwegs ist, der sollte sich gerne folgende Chili-Gruppe nämlich die “Chili Anbau Ecke” mal anschauen

Weiter geht es in Teil  Chili Anbau Erfahrungen Teil 2 – Samen und Keimung

 

Luca

Mein Name ist Luca, ich bin Jahrgang 90 und Natur begeistert seit frühster Kindheit. Nebenher bin ich auch Teilzeit-Chaot und versuche aus meinem "Trial and Error" Prinzip Erfahrungen zu gewinnen die ich weitergeben kann. Auch als Natur- und Umweltpädagoge lässt man mich manchmal auf die Menschheit los mit dem Ziel den Leuten die Natur näher zu bringen.

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